Futtermittelallergie & Ekzeme bei der Katze
Auslöser finden, acht Wochen konsequent ausschließen, danach begleiten – aus über 26 Jahren Praxis.
Bei einer Futtermittelallergie reagiert das Immunsystem der Katze auf einen Bestandteil des Futters, meist auf ein Eiweiß. Am häufigsten beschrieben sind Rind, Fisch und Huhn.[2] Typisch sind Juckreiz, Ekzeme und kahle, schorfige Stellen an Ohren, Pfoten und Maul, oft zusammen mit Durchfall oder Erbrechen. Klären lässt sich der Verdacht über eine Ausschlussdiät von acht Wochen[1], begleitet vom Tierarzt. Wir begleiten die Fütterung davor und danach. Pferdefleisch empfehlen wir für die Diät nicht.
Den Überblick über Haut und Fell finden Sie im Ratgeber Haut, Fell und Hautstoffwechsel bei der Katze.
- Bei der Allergie ist das Immunsystem beteiligt, bei der Unverträglichkeit nicht. Für Sie als Halter ist der Weg derselbe: Auslöser finden und meiden.
- Häufigste beschriebene Auslöser bei Katzen: Rind, Fisch und Huhn; seltener Weizen, Mais und Milchprodukte.[2]
- Vor der Diät schließt der Tierarzt Flöhe, Milben und Pilze aus.
- Die Ausschlussdiät dauert acht Wochen: Nach sechs Wochen sprechen rund 80 Prozent der betroffenen Katzen an, nach acht Wochen über 90 Prozent.[1]
- Während der Diät gibt es nur das Diätfutter – kein Leckerli, keinen Zusatz.
- Pferdefleisch empfehlen wir für die Ausschlussdiät nicht.
Wenn Ihr Tierarzt Flöhe, Milben und Pilze ausgeschlossen hat und die Ausschlussdiät ansteht. Dann zählt in den nächsten acht Wochen nur das Diätfutter – ohne Leckerlis und ohne Zusätze, auch nicht von uns. Welche Proteinquelle für Ihre Katze neu ist und wie Sie die acht Wochen durchhalten, besprechen wir im kostenlosen Erstgespräch – telefonisch unter 05642 988 8826.
Wenn der Auslöser gefunden ist und Haut und Fell noch Zeit brauchen. Dann begleiten wir fütterungsseitig mit Nehls flüssig Haut itch Katze, Öl-Tropfen nach einer Rezeptur unserer Tierärztin Katrin Knecht. Starten Sie mit der 10-ml-Flasche und sehen Sie, ob Ihre Katze die Tropfen im Futter annimmt. Empfohlen sind mindestens sechs Wochen am Stück, ideal drei Monate, verteilt auf zwei Gaben täglich.
Wenn die Beschwerden trotz Diät immer wiederkommen oder die Diät kein klares Bild ergibt. Dann gehört die Frage zuerst zurück in die Tierarztpraxis, denn auch eine atopische Dermatitis sieht so aus. Wer daneben tiefer einsteigen will, nimmt die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" als Ausgangspunkt für einen Begleitplan. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.) Wie wir danach den Darm begleiten, steht weiter unten ↓.
Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung.
Allergie oder Unverträglichkeit?
Bei der Futtermittelallergie richtet sich das Immunsystem gegen einen Futterbestandteil, meist ein Eiweiß. Bei der Unverträglichkeit ist das Immunsystem nicht beteiligt – die Katze verträgt eine Zutat schlecht, etwa weil der Darm gereizt ist. Von außen sehen beide gleich aus, und der Weg ist derselbe: den Auslöser finden und weglassen.
Eine Katze kann nur auf etwas allergisch reagieren, das sie schon gefressen hat. Deshalb trifft es oft das Futter, das seit Jahren im Napf steht – und deshalb arbeitet die Ausschlussdiät mit einer Proteinquelle, die Ihre Katze noch nicht kennt.
Symptome – an der Haut und darüber hinaus
- Haut und Fell: Juckreiz, ständiges Lecken an den Pfoten, Ekzeme, Schuppen, Haarausfall; kahle und schorfige Stellen vor allem an Ohren, Pfoten und Maul
- Verdauung: Erbrechen, Durchfall, Blähungen, wechselnder Kot
- Ohren und Augen: wiederkehrende Ohrentzündungen, Augenausfluss, gerötete Bindehäute
- Verhalten: vermehrtes Putzen oder Kratzen, weniger Appetit, Mattigkeit
Keines dieser Zeichen beweist eine Futtermittelallergie. Flöhe, Milben, Hautpilze und hormonelle Erkrankungen machen dasselbe Bild. Deshalb steht am Anfang der Tierarzt mit Flohkontrolle, Hautgeschabsel und bei Bedarf Blutbild. Die Ausschlussdiät folgt erst, wenn das abgeklärt ist.
Häufige Auslöser bei der Katze
Eine Auswertung veröffentlichter Fälle mit 78 Katzen nennt als Auslöser:[2]
- Rind: 18 Prozent
- Fisch: 17 Prozent
- Huhn: 5 Prozent
- Weizen, Mais und Milchprodukte: je 4 Prozent
Aus unserer Erfahrung als Tierheilpraktiker spielt daneben die Zutatenliste eine Rolle: Je mehr Fleischsorten, Getreide und Zusatzstoffe ein Futter enthält, desto schwerer lässt sich später herausfinden, worauf die Katze reagiert.
Die Ausschlussdiät – acht Wochen, ohne Ausnahme
Die Diät plant Ihr Tierarzt mit Ihnen. Das Prinzip: Ihre Katze bekommt über Wochen ausschließlich eine einzige Proteinquelle, die sie noch nie gefressen hat.
- Dauer: acht Wochen. Nach sechs Wochen sprechen rund 80 Prozent der betroffenen Katzen an, nach acht Wochen über 90 Prozent.[1] Wer nach drei Wochen abbricht, weiß nichts.
- Konsequenz: kein Leckerli, keine Paste, kein Rest vom Teller. Ein einziger Ausrutscher kann die Beschwerden zurückbringen.
- Deklaration: Auf dem Etikett steht eine Fleischsorte – ohne „tierische Nebenerzeugnisse" unbekannter Herkunft.
- Gegenprobe: Bessern sich die Beschwerden, kommt das alte Futter testweise zurück. Flammen Juckreiz oder Durchfall wieder auf, ist der Verdacht bestätigt. Danach lassen sich einzelne Zutaten prüfen.
Bluttests auf Futterallergene können aus unserer Sicht einen Anhaltspunkt geben. Die Ausschlussdiät ersetzen sie nicht, und ein unauffälliger Test schließt die Allergie nicht aus.
Keine Hungerphasen – auch nicht nach dem Motto „irgendwann frisst sie schon". Katzen entwickeln bei Futterverweigerung schnell eine Fettleber. Frisst Ihre Katze 24 Stunden nichts, gehört sie am selben Tag zum Tierarzt. Wie Sie ein neues Futter einführen, steht im Ratgeber Futterumstellung bei Katzen.
Pferdefleisch in der Ausschlussdiät – warum wir abraten
Pferdefleisch gilt als „neue" Proteinquelle, weil es die wenigsten Katzen je gefressen haben. Wir raten trotzdem davon ab, aus zwei Gründen.
Der ethische Grund. Pferde sind für uns Begleiter, keine Fleischlieferanten. Jede Empfehlung für Pferdefleisch im Napf vergrößert diesen Markt. Tierheilpraktikerin Nehls sagt dazu: „Als tierliebender Mensch setze ich mich für den Pferdeschutz ein und rate meinen Patientenhaltern konsequent von der Fütterung mit Pferdefleisch ab."
Unsere Erfahrung. Pferde, die vorher Sport- oder Freizeitpferde waren, haben im Lauf ihres Lebens oft Medikamente bekommen; Rückstände im Fleisch halten wir deshalb für möglich. Dazu kommt, was wir in der Beratung sehen: Keine der uns vorgestellten Katzen mit Futtermittelallergie ist unter Pferdefleisch stabil beschwerdefrei geblieben.
Nach der Diät: Haut, Fell und Darm begleiten
Unsere Arbeit beginnt, wenn der Auslöser gefunden ist. Vorher würde jeder Zusatz das Ergebnis der Diät verfälschen.
Das Nehls-Argument: Ein großer Teil des Immunsystems sitzt im Darm. Wenn Darm, Leber oder Niere aus dem Takt sind, ist das aus unserer Erfahrung die Ursache von sehr vielem – auch an der Haut. Deshalb schauen wir bei einer Katze mit Futtermittelallergie nach der Diät auf den Darm und erst dann auf das Fell.
Teebaumöl, Knoblauch, Wermut und konzentrierte ätherische Öle. Das gilt auch für Hausmittel gegen Juckreiz und für Produkte, die für Hunde gedacht sind.
Nehls flüssig Haut itch Katze – Öl-Tropfen auf der Basis von Weizenkeim- und Nachtkerzenöl, in 10, 30 und 60 ml. Zweimal täglich 6 bis 14 Tropfen, je nach Gewicht, unters Futter. Wann dieses? Nach der Diät, wenn Haut und Fell noch Zeit brauchen. Reagiert Ihre Katze auf Weizen, fragen Sie vorher Ihren Tierarzt.
VetLine Entero Clean Basic – Pulver für Hund und Katze, ab 100 g. Katzen bekommen einmal täglich 0,5 bis 1 g ins Futter. Wann dieses? Wenn auch die Verdauung betroffen war und Sie nach der Diät die Darmbasis aufbauen wollen. Basic enthält Hefezellwände – deshalb erst nach der Ausschlussdiät.
Nicht für Katzen: VetLine Entero Clean Liquid enthält Knoblauch, VetLine Entero Clean Powder enthält Wermut.
Erfahrungsbericht: Katze Estella
Dieser Bericht ist ein Einzelfall. Nicht jede Katze reagiert wie hier beschrieben, und ein solcher Verlauf lässt sich nicht zusagen.
„Bei Katze Estella zeigte sich eine ausgeprägte Futtermittelunverträglichkeit auf Geflügel. Ihr Fell war stumpf und fettig, an vielen Stellen kahle, schorfige und entzündete Areale. Ohren, Pfoten und die Maulregion waren stark in Mitleidenschaft gezogen, dazu Durchfall und Blähungen. Auf Grundlage der Haaranalyse wurde ein individueller Begleitplan erstellt – Futter ohne Geflügel, kombiniert mit natürlichen Kräutern. Nach drei Monaten […] das Fell wurde dichter, die Haut ruhiger, der Appetit kehrte zurück."
Estellas Halterin · Futtermittelunverträglichkeit auf Geflügel · Auszug
Wo wir bei Ihrer Katze anfangen, klären wir im kostenlosen Erstgespräch – telefonisch unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr.
Häufige Fragen zu Futtermittelallergien bei der Katze
Auslöser unklar – Beschwerden trotz Diät zurück?
Manche Halter rufen bei uns an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter." Wir nehmen das nicht persönlich. Wenn die Diät gelaufen ist und Ihre Katze sich trotzdem weiter kratzt, schauen wir auf Fütterung, Darm und Haut zusammen. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" ist dafür unser Werkzeug, keine Wahrheit – die Grundlage für einen Begleitplan, den Tatjana Siebert und unser Team mit Ihnen besprechen. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →- Olivry, T., Mueller, R. S., Prélaud, P. (2015): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (1): duration of elimination diets. BMC Veterinary Research 11, 225. Volltext
- Mueller, R. S., Olivry, T., Prélaud, P. (2016): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats. BMC Veterinary Research 12, 9. Volltext
