Islandpferd: Herkunft, Tölt und Fütterung verstehen
Warum ein Pferd aus dem Nordatlantik in Mitteleuropa gleich an zwei Stellen aus dem Takt gerät – über 26 Jahre Praxiserfahrung
Das Islandpferd hat sich über tausend Jahre auf einer Insel entwickelt, auf der Futter knapp war, der Winter lang und bestimmte Insekten schlicht nicht vorkamen. Beides prägt bis heute: ein Stoffwechsel, der mit wenig auskommt, und ein Immunsystem, das die Gnitzen des Festlands nicht kennt.
In Mitteleuropa treffen deshalb zwei Themen gleichzeitig auf dieses Pferd. Auf der gedüngten Weide bekommt es mehr Energie, als es je brauchte. Und im Sommer begegnet es Insektenarten, auf die sein Immunsystem überschießend reagieren kann.
Aus unserer Erfahrung als Tierheilpraktiker heißt Isländerhaltung deshalb: karg füttern, Weidezeit steuern, täglich bewegen – und beim Hautthema früh ansetzen statt im Hochsommer. Die Diagnose stellt Ihr Tierarzt. Wir ordnen ein, was in der Fütterung dazu passt.
- Stockmaß meist 135 bis 150 cm, Gewicht in der Regel 330 bis 400 kg – ein kompaktes, tragfähiges Reitpferd in Ponygröße.
- Seit Jahrhunderten ist der Import lebender Pferde nach Island verboten. Ein Pferd, das die Insel einmal verlassen hat, darf nicht zurück.
- Der häufigste Irrtum aus unserer Sicht: Robust heiße, man könne beliebig füttern. Genau umgekehrt – wer mit wenig auskommt, reagiert auf Überfluss empfindlicher.
- Beim Sommerekzem gilt für uns: Immunregulation statt Immunstimulation. Das Immunsystem reagiert hier zu stark, nicht zu schwach.
- Was wir aus 26 Jahren Praxis sehen: Ein taktklarer Tölt hängt nicht nur an der Veranlagung, er hängt auch an Muskulatur, Balance und Ration.
Wenn die Grundversorgung stehen soll. Ein Isländer braucht Raufutter, Bewegung und eine Mineralversorgung, kein energiereiches Müsli. Für die tägliche Kräuterbasis geben wir die Nehls Isi-Kräuter für Isländer, rein pflanzlich und ohne synthetische Zusätze: 50 g täglich, mindestens sechs Wochen am Stück, für die Dauergabe geeignet. Als getreide-, zucker- und stärkefreie Krippenfutter-Basis kombinieren wir sie mit dem Nehls Pony Futter.
Wenn die Haut im Sommer das Thema ist. Scheuern an Mähnenkamm und Schweifrübe, Unruhe in der Abenddämmerung. Für die Fütterungsbegleitung bei empfindlicher Haut geben wir die Nehls Allergosan-Kräuter, angelegt auf mindestens drei Monate und ganzjährig geeignet; Turnierkarenz sieben Tage. Wir fangen damit im Winter an, nicht im Juni. Was dahintersteckt und wie die Fütterung dazu passt, steht im Sommerekzem-Ratgeber.
Wenn Anweiden, Futterwechsel oder die Hufe das Thema sind. Für Übergangsphasen und eine empfindliche Verdauung geben wir Nehls Attis & Sunnys Magen & Darm Fit: erste sechs Wochen 50 g täglich, danach 30 bis 40 g. Geht es um den Hufstoffwechsel, kommen die Nehls Hufkräuter Spezial dazu, kurweise über acht bis zwölf Wochen, oder die flüssige Variante mit 10 ml täglich.
Wenn die Lage unklar ist. Ein frisch importiertes Pferd ohne Vorgeschichte, wiederkehrende Hautthemen trotz Decke, schleichende Gewichtszunahme trotz Diät. Wo wir anfangen, klären wir im kostenlosen Erstgespräch, telefonisch unter 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr. Wer tiefer einsteigen will, nimmt die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" als Ausgangspunkt. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Alle genannten Produkte sind Ergänzungsfuttermittel und ersetzen keine tierärztliche Diagnostik oder Behandlung. Bei offenen Hautstellen, starkem Juckreiz oder Lahmheit gilt: erst Tierarzt, dann alles andere.
Woher das Islandpferd kommt
Die Geschichte beginnt mit der Besiedlung Islands im 9. und 10. Jahrhundert. Wikinger brachten Pferde unterschiedlicher Herkunft auf die Insel, darunter norwegische und keltische Typen. Was folgte, war keine Zucht im heutigen Sinn. Selektiert hat die Umwelt: lange Winter, raue Winde, karge Vegetation, vulkanische Böden. Behaupten konnten sich Pferde, die genügsam, trittsicher und belastbar waren.
Entscheidend für die Rasse ist die frühe Abschottung. Seit Jahrhunderten ist der Import lebender Pferde nach Island verboten, und ein Pferd, das die Insel verlässt, darf nicht zurückkehren. Diese Isolation hat die Population genetisch bemerkenswert stabil gehalten – und sie ist gleichzeitig der Grund für ein Thema, das uns später in der Beratung begegnet: Der isländische Pferdebestand hat mit bestimmten Insektenarten nie Kontakt gehabt.
Ab dem 19. Jahrhundert wurden Islandpferde nach Europa exportiert; heute lebt der größere Teil des Weltbestands außerhalb Islands. In Deutschland organisiert der IPZV Zucht, Sport und Ausbildung nach dem Reglement der internationalen Dachorganisation FEIF. Das Zuchtziel ist bewusst breit geblieben: ein robustes, ausgeglichenes, leistungsfähiges Pferd mit klarer Gangveranlagung, kein Spezialist für eine einzige Disziplin.
Exterieur, Charakter und die fünf Gangarten
Das Islandpferd ist kompakt und funktionell gebaut: tiefer Rumpf, gute Bemuskelung, stabile Knochenstruktur, harte Hufe. Durch diese Substanz wirkt es größer, als das Stockmaß vermuten lässt, und trägt Erwachsene problemlos. Im Winter bildet es ein dichtes Doppelfell. Farblich ist fast alles vertreten, von Braunen und Rappen über Falben bis zu Schimmeln und Cremellos.
Berühmt ist die Rasse für ihre zusätzlichen Gangarten. Der Tölt ist ein Viertaktgang ohne Schwebephase, für den Reiter erschütterungsarm zu sitzen und in ganz unterschiedlichen Tempi abrufbar. Der fliegende Pass ist eine Hochgeschwindigkeitsgangart, deutlich anspruchsvoller und nicht bei jedem Pferd in gleicher Qualität vorhanden. Die Veranlagung dafür ist genetisch verankert; in der Forschung wird sie mit einer Variante im sogenannten Gangartengen in Verbindung gebracht.
Für den Alltag ist dabei ein Punkt wichtiger als jede Genetik: Ein taktklarer Tölt entsteht nicht aus Veranlagung allein. Er braucht Muskulatur, Balance, Ausbildung und ein Pferd, das nicht zu schwer ist. Wenn ein Isländer im Tölt unklar wird, lohnt der Blick auf die Waage und auf die Ration, bevor am Training geschraubt wird.
Im Charakter gilt es als freundlich, aufmerksam und menschenbezogen, mit einer Mischung aus Nervenstärke, Neugier und eigenem Kopf: verlässlich, ohne stumpf zu sein, fein, ohne nervös zu sein.
Warum die Ration fast immer zu üppig ist
Viele Islandpferde verwerten Futter außerordentlich effizient. Was auf Island ein Überlebensvorteil war, wird auf einer mitteleuropäischen Weide zum Problem: Zuchtgräser sind auf Ertrag und Energie gezüchtet, und Weidegras speichert Zucker in Form von Fruktan, besonders nach kalten Nächten mit anschließendem Sonnentag – also im April und im Oktober.
Ein Zuviel an Energie ist bei dieser Rasse meist problematischer als ein Zuwenig. In der Praxis zeigt sich das zunächst schleichend: Das Pferd wird runder, verliert an Spannkraft, die Bewegungsfreude lässt nach. Raufutter bleibt die Grundlage, muss aber in Menge und Qualität zum tatsächlichen Bedarf passen. Gesteuert wird über Weidezeit, Fläche und Fressgeschwindigkeit – engmaschige Heunetze verlängern die Fresszeit, ohne die Menge zu erhöhen.
Zwei Punkte gehen dabei regelmäßig unter. Der erste: Weniger Energie heißt nicht weniger Mineralien. Wer die Ration zurückfährt, muss die Mineral- und Spurenelementversorgung gesondert sicherstellen. Der zweite: Kontinuität. Lange Fresspausen, stark schwankende Rationen und hektische Umstellungen wirken sich bei dieser Rasse schneller aus, als Halter erwarten. Das Islandpferd lebt von Struktur.
Sommerekzem: warum gerade Importpferde betroffen sind
Das Sommerekzem ist eine allergische Reaktion auf den Speichel stechender Insekten, vor allem der Gnitzen. Auf Island kommen diese Insekten nicht vor. Ein Pferd, das dort aufgewachsen ist, begegnet ihnen nach dem Import zum ersten Mal – und das Immunsystem einiger Tiere reagiert darauf überschießend.
Daraus folgt unsere Position, die sich von vielem unterscheidet, was Haltern sonst empfohlen wird: Beim Sommerekzem geht es um Immunregulation, nicht um Immunstimulation. Das Immunsystem reagiert hier zu stark, nicht zu schwach. Immunstimulierende Kräuter wie Echinacea, Sonnenhut, Mistel oder Taigawurzel setzen wir bei Ekzemerpferden deshalb nicht ein.
Praktisch heißt das: Die Begleitung beginnt im Winter, nicht im Juni, wenn die Haut bereits offen ist. Decke und Repellent reduzieren die Zahl der Stiche und sind sinnvoll; die Reaktionslage selbst verändern sie nicht. Ausführlich haben wir das im Sommerekzem-Ratgeber und in der Fütterung bei Sommerekzem beschrieben.
Wie wir im THZ an ein Islandpferd herangehen
Die Rasse begleitet uns seit den Anfängen. Unsere Isi-Kräuter sind von Tierheilpraktikerin Nehls aus der laufenden Arbeit mit Islandpferden entstanden – rein pflanzlich, ohne synthetische Zusätze, für Halter, die genau darauf verzichten wollen.
Wir fangen trotzdem nicht beim Produkt an, sondern bei vier Fragen: Wie viele Stunden steht das Pferd auf der Weide, und auf welcher Fläche? Was steht auf der Zusammensetzung des Krippenfutters? Wie viel bewegt es sich täglich? Und wie lange ist es schon hier, wenn es importiert wurde?
Aus den Antworten ergibt sich die Reihenfolge. Meist ändern wir zuerst Weidezeit, Raufutter und Zusatzfutter und schauen vier Wochen später, was übrig geblieben ist. Beim Hautthema planen wir in Monaten und beginnen außerhalb der Saison. Was wir nicht tun: fünf Produkte gleichzeitig empfehlen. Dann weiß hinterher niemand, was gewirkt hat.
Beratung vor der Futterumstellung
Bevor Sie am Futter etwas ändern, sprechen Sie mit uns. Das kostenlose Erstgespräch dauert in der Regel zwanzig Minuten, danach wissen Sie, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen. Telefonisch: 05642 988 8826, Mo–Fr 9–12 und 14–17 Uhr.
Häufige Fragen zum Islandpferd
Immer wieder dieselben Themen – trotz Futterumstellung?
Manche Halter rufen an und sagen mit halbem Lachen: „An so Hokuspokus glaube ich eigentlich nicht, aber ich weiß nicht mehr weiter." Wir nehmen das nicht persönlich, im Gegenteil. Wenn Sie an der Fütterung schon alles geändert haben und trotzdem im Kreis laufen, lohnt der Blick auf die individuelle Belastungssituation Ihres Pferdes. Die „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" ist Ausgangspunkt für einen Begleitplan, mit persönlichem Gespräch und sechs Monaten Begleitung durch Tatjana Siebert und unser Beraterinnen-Team. Sie ist für uns ein Werkzeug, keine Wahrheit. (Nicht wissenschaftlich anerkannter Informationstest – ersetzt keine tierärztliche Diagnose.)
Lieber zuerst reden? Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wo wir bei Ihrem Isländer anfangen – telefonisch unter 05642 988 8826.
Zur „Nehls-Bioresonanz-Haaranalyse" →