Kurze Zusammenfassung
Pinus pinaster, die Strandkiefer oder See-Kiefer, ist ein immergrüner Nadelbaum aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Er ist im westlichen Mittelmeerraum und an der französischen Atlantikküste beheimatet.
Im Zusammenhang mit der Fütterung wird ausschließlich die Rinde betrachtet, genauer: ein daraus gewonnener, standardisierter Auszug. Bestimmende Inhaltsstoffe sind oligomere Procyanidine.
Für die Einordnung entscheidend ist, dass praktisch die gesamte vorliegende Forschung sich auf einen einzigen, patentierten Auszug einer bestimmten Unterart bezieht. Einzelheiten in der fachlichen Einordnung.
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Pferd, Hund und Katze wurden nicht gefunden.
Fachliche Einordnung
Diese Pflanze wurde auf Basis der langjährigen Erfahrungen unserer Tierärztin Katrin Knecht für unsere Kräutermischung ausgewählt. Grundlage sind über zwei Jahrzehnte praktische Begleitung und fachliche Einordnung.
Botanisch gehört Pinus pinaster zu den immergrünen Nadelbäumen. Die wissenschaftliche Betrachtung konzentriert sich ausschließlich auf die Rinde – nicht auf Nadeln, Zapfen oder Harz.
Wesentlich ist dabei eine Einschränkung, die in Produktbeschreibungen häufig untergeht: Die veröffentlichte Forschung bezieht sich fast durchgängig auf einen patentierten, standardisierten Rindenauszug aus der Unterart Pinus pinaster subsp. atlantica, gewonnen aus Beständen im Südwesten Frankreichs. Dieser Auszug entspricht einer eigenen Monographie im US-amerikanischen Arzneibuch und enthält 65 bis 75 Prozent oligomere Procyanidine.
Daneben existieren weitere standardisierte Rindenauszüge, die sich durch abweichende Gewinnungsverfahren stofflich unterscheiden. Ob Ergebnisse zwischen ihnen übertragbar sind, gilt in der Fachliteratur als nicht geklärt. Für unstandardisiertes Rindenmaterial gilt das erst recht.
FAQ
Was ist Pinus pinaster?
Ein immergrüner Nadelbaum aus der Familie der Pinaceae, bekannt als Strandkiefer oder See-Kiefer.
Welche Inhaltsstoffe enthält die Rinde?
Vor allem oligomere Procyanidine, daneben phenolische Monomere sowie Phenol- und Zimtsäuren und deren Glykoside.
Welche Pflanzenteile werden verwendet?
Ausschließlich die Rinde.
Sind alle Kiefernrindenauszüge gleich?
Nein. Verschiedene standardisierte Auszüge unterscheiden sich durch das Gewinnungsverfahren in ihrer Zusammensetzung.
Warum gibt es keine Tierstudien?
Die Forschung konzentriert sich auf den Menschen. Kontrollierte Fütterungsstudien zu Pferd, Hund und Katze wurden nicht gefunden.
Botanische Beschreibung
Pinus pinaster ist ein immergrüner Nadelbaum, der Wuchshöhen von bis zu 30 Metern erreichen kann.
Sein Verbreitungsgebiet umfasst den westlichen Mittelmeerraum sowie die französische Atlantikküste. Er wächst bevorzugt auf sandigen, trockenen Böden und ist gut an warme, küstennahe Standorte angepasst. Ausgedehnte Bestände in der französischen Region Landes gehen auf Aufforstungen des 19. Jahrhunderts zur Dünenbefestigung zurück.
Charakteristisch sind die auffallend langen, kräftigen Nadeln, die zu zweit in einer Scheide stehen, sowie die dicke, tief rissige Rinde. Die Zapfen sind länglich-kegelförmig.
Die Rinde ist der einzige Pflanzenteil, der für die hier betrachtete Verwendung eine Rolle spielt.
Inhaltsstoffe
Oligomere Procyanidine
Die bestimmende Stoffgruppe des Rindenauszugs. Es handelt sich um Verbindungen aus Catechin-Bausteinen; im standardisierten Auszug machen sie zusammen mit phenolischen Einzelbausteinen 65 bis 75 Prozent aus.
Phenol- und Zimtsäuren
Enthalten als freie Säuren und als Glykoside.
Weitere phenolische Verbindungen
Ergänzen das Stoffprofil der Rinde.
Harzbestandteile und Terpene
Bestandteile des Baumes, die im standardisierten Rindenauszug jedoch keine Rolle spielen.
Ein Hinweis zur Verstoffwechslung: In der Fachliteratur wird beschrieben, dass aus den Catechin-Bausteinen der Procyanidine erst durch die Darmflora ein Umbauprodukt entsteht, das im Blut nachweisbar ist. Die Zusammensetzung des Auszugs allein sagt daher wenig darüber aus, was tatsächlich aufgenommen wird – und Darmflora unterscheidet sich zwischen den Tierarten erheblich.
Wissenschaftliche Einordnung
Mensch
Für den Menschen liegt eine umfangreiche Datenlage vor. Eine Übersichtsarbeit von 2024 fasst 39 randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studien mit rund 2.000 Teilnehmern zusammen. Zur Bewertung dieser Datenlage ist anzumerken, dass eine Cochrane-Übersichtsarbeit von 2012 zu dem Schluss kam, die damals vorliegenden Studien reichten für belastbare Aussagen nicht aus. Diese Angaben beziehen sich ausschließlich auf den Menschen und stellen keinen Wirknachweis für Tiere dar.
Pferd
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Kiefernrindenauszug beim Pferd wurden nicht gefunden.
Hund
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Kiefernrindenauszug beim Hund wurden nicht gefunden.
Katze
Kontrollierte Fütterungsstudien zu Kiefernrindenauszug bei der Katze wurden nicht gefunden.
Modellorganismen
Experimentelle Arbeiten wurden überwiegend in Zellsystemen durchgeführt. Diese Ergebnisse sind nicht direkt auf Pferd, Hund oder Katze übertragbar.
Grundsätzlich gilt, dass Erkenntnisse aus Humanstudien und experimentellen Modellen nicht unmittelbar auf Tiere übertragen werden können. Bei diesem Rohstoff kommt hinzu, dass Ergebnisse an einen bestimmten standardisierten Auszug gebunden sind.
Traditionelle Nutzung
Die Strandkiefer wurde über Jahrhunderte forstwirtschaftlich genutzt, insbesondere zur Harzgewinnung und als Bauholz. Die Bestände an der französischen Atlantikküste dienten zugleich der Befestigung von Wanderdünen.
Die Verwendung von Rindenauszügen ist demgegenüber eine Entwicklung des 20. Jahrhunderts und entstand aus der industriellen Verwertung eines Nebenprodukts der Holzverarbeitung. Eine eigene volkskundliche Überlieferung zum Rindenauszug existiert nicht.
Diese Nutzung bezieht sich auf den Menschen und stellt keine wissenschaftliche Wirkaussage dar.
Wissenschaftliche Literatur
Pycnogenol French maritime pine bark extract in randomized, double-blind, placebo-controlled human clinical studies
Frontiers in Nutrition. 2024
frontiersin.org
Mülek M, Seefried L, Genest F, Högger P
Distribution of Constituents and Metabolites of Maritime Pine Bark Extract into Serum, Blood Cells, and Synovial Fluid of Patients with Severe Osteoarthritis: A Randomized Controlled Trial
Nutrients. 2017
doi.org
Schoonees A et al.
Pycnogenol (extract of French maritime pine bark) for the treatment of chronic disorders
Cochrane Database of Systematic Reviews. 2012
cochranelibrary.com
